Microsoft hat gerade Wasserzeichen in Microsoft 365 Copilot eingebaut — plattformübergreifend, für Admins per Richtlinie erzwingbar. Leise, ohne Keynote, ohne Pressemitteilung mit drei Ausrufezeichen. Einfach da.

Warum so unauffällig? Weil in vier Wochen das Gesetz nachzieht.

Ab dem 2. August 2026 greift Artikel 50 des EU AI Act. Die Regel dahinter ist simpel: KI-generierte Inhalte müssen als solche erkennbar sein. Ihr maschinell getexteter Newsletter darf sich nicht länger als Handarbeit ausgeben.

Es gibt einen Puffer, aber nur für Bestandssysteme. Wer vor dem 2. August schon am Markt war, hat nach der Omnibus-Einigung bis zum 2. Dezember 2026 Zeit für die technische Kennzeichnung. Zwei Daten also, nicht eins.

Aber hier ist der Punkt, der in den Panik-Newslettern untergeht:

Das ist keine reine Rechtsfrage. Es ist eine Vertrauensfrage.

Die Transparenz, die das Gesetz verlangt, steckt jetzt serienmäßig in einem Werkzeug, das viele Büros ohnehin den halben Tag offen haben. Wer Copilot nutzt, muss die Kennzeichnung nicht erfinden. Nur einschalten und verstehen, was sie tut.

Für Geschäftsführer im Mittelstand heißt das konkret:

Kennen Sie Ihre zwei Termine. Prüfen Sie bei jedem KI-Tool, ob es Inhalte kennzeichnen kann — ab August ist das ein Auswahlkriterium, kein nettes Extra. Und legen Sie eine interne Regel fest: Wer KI-Texte oder -Bilder rausgibt, macht kenntlich, dass KI im Spiel war.

Fünf Minuten Arbeit. Und der billigste Vertrauensbeweis, den Sie 2026 abgeben können.

Wer früh kennzeichnet, wirkt nicht getrieben von der Frist. Sondern souverän.

Wie handhaben Sie das im Haus — kennzeichnen Sie KI-Inhalte schon, oder ist das noch offen? Schreiben Sie mir auf LinkedIn oder per E-Mail. Und wenn Sie es lieber einmal in Ruhe durchsprechen: Genau solche Fragen klären wir im kostenlosen Erstgespräch.

Quellen: Microsoft 365 Copilot Release Notes · EU-Rat zur Omnibus-Einigung (07.05.2026) · Artikel 50 — Transparenzregeln